:: CoP17: Handel mit Elfenbein und Hongmu

20/09/2016 von / 0 Kommentare
Titelbild: Loxodonta africana . Quelle: , .

In Südafrika findet Ende September die 17. Vertragsstaatenkonferenz (CoP) des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) statt. Vom 24.09. bis zum 05.10.2016 diskutieren die Mitgliedsstaaten über knapp 200 Dokumente, darunter 62 Listungsanträge – gemessen an der Dokumentenzahl ist es die bisher größte CITES-Konferenz.

Einige Schwerpunkte sind dabei bereits jetzt absehbar. Dazu gehören Elefanten und Elfenbein, für die mehrere Anträge eingebracht wurden. Bei CoP14, im Jahr 2007, hat man sich auf ein neunjähriges Moratorium für den Handel mit Elfenbein geeinigt, nach einem einmaligen Abverkauf im Jahr 2008. In dieser Zeit sollte ein Mechanismus entwickelt werden, wie man Entscheidungen über zukünftige Elfenbeinverkäufe trifft. Die Mitgliedsstaaten haben es bisher allerdings nicht geschafft sich auf einen Mechanismus zu einigen – nun muss man schauen, wie man bei dem Thema weiter vorgehen will.
Ebenfalls emotional aufgeladen und kontrovers ist das Thema der Jagdtrophäen, insbesondere bei Löwen. Es wird daher wichtig sein, eine sachliche Debatte zu führen. Das Ziel muss ein vernünftiger Standard für die Trophäenjagd sein, bei dem die Folgen der Entscheidung abgewogen werden. Bei einzelnen Arten müssen, wie bei allen Anträgen, die Listungskriterien von CITES als Grundlage genommen und beurteilt werden. Beim Löwen erfüllen zum Beispiel einige Populationen die Kriterien für Anhang I, nicht aber die gesamte Art.

Abb.1: Schädel eines Löwen. Quelle:.

Abb.1: Schädel eines Löwen. Quelle:.


Bei den Pflanzen wird es vor allem um Holz aus der Gattung Dalbergia gehen. Das Holz einiger Arten hat unter dem Handelsnamen Hongmu vor allem in China eine enorme Nachfrage, wird aber auch in Österreich für den Bau von Instrumenten verwendet. Da es bei Dalbergia schwierig ist anhand des Holzes die Art zu bestimmen, wird über eine Listung der gesamten Gattung diskutiert. Die UNODC stuft den illegalen Handel mit Hongmu als eines der Wildlife-Verbrechen ein, das weltweit den größten Gewinn abwirft.
Ein eher trockenes, aber sehr wichtiges Thema ist die Änderung der Geschäftsordnung. Nachdem die EU der Konvention beigetreten ist, wird zum ersten Mal eine REIO (Regional Economic Integration Organisation) bei einer CITES-CoP dabei sein. Dafür muss die Geschäftsordnung angepasst werden – insbesondere die Frage, wie viele Stimmen eine REIO haben soll wird intensiv diskutiert.

Eine ausführliche Einschätzung zu CoP17 des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich gibt es auf der Seite des BMLFUW.
Tägliche Berichterstattung von CoP17 gibt es durch IISD.


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