:: Sprache der Wissenschaft – Wissenschaft der Sprache?

12/05/2016 von / 0 Kommentare
Titelbild: Quelle: flickr JD Hancock

Das bioskop widmet sich in diesem Monat dem Thema „Sprache der Wissenschaft“, denn die klare Kommunikation von Daten und wissenschaftlichen Erkenntnissen ist eine Kunst, die gelernt sein mag. Ob es sich nun um aufwändige Grafiken und Illustrationen für ein Journal oder um einen Vortrag bei einer TED-Konferenz handelt – die Möglichkeiten zur Aufbereitung von Ergebnissen und Daten sind vielfältig. Die Vermittlung – also die Übertragung von Wissen – nimmt eine tragende Rolle in der Wahrnehmung von Wissenschaft ein, in der Biologie sowie in jeder anderen Disziplin. Wir wollen hier der Rolle von Wissenschaftskommunikation und den vielfältigen Aufbereitungsmöglichkeiten von Daten auf den Grund gehen: wie wird Wissenschaft kommuniziert? Wo liegen die Herausforderungen und welche Chancen bieten sich?

Die Daten für sich sprechen lassen

Das Kernstück der Wissenschaft bilden die Daten, welche mühsam erhoben wurden und nun darauf warten, der Welt präsentiert zu werden. Die Möglichkeiten hierfür sind vielfältig wie die Wissenschaft selbst. Der Kreativität sind grundsätzlich keine Grenzen gesetzt. „Multimedial“ ist das Schlagwort der heutigen Wissenschaft.
Dennoch gibt es auch hier mögliche Stolpersteine. Eine der wichtigen Fragen, die man sich bei der Aufbereitung von Daten stellen sollte ist: An wen richte ich meine Darstellung? Wem will ich die Ergebnisse vermitteln? Es spielt etwa eine Rolle, ob nun eine Grafik für ein wissenschaftliches Journal oder für ein populärwissenschaftliches Medium erstellt wird; oder ob ich das Resultat von stundenlanger Laborarbeit dem/r Kollegen/in in der gleichen Abteilung, einem anderen Department, oder der breiten Öffentlichkeit erzähle.

Wissenschaft – erklär es mir

In der Regel werden Forschungsergebnisse nicht für die breite Bevölkerung aufbereitet, sondern für einen überschaubaren Pool an KollegInnen – die Scientific Community. Wenn man nun aber in die Lage kommt, einer Person außerhalb diese Kreises den Inhalt seiner harten und oftmals langwirrigen Arbeit erklären zu müssen, so gerät der Redefluss nicht selten ins Stocken. Die Kommunikation von Wissenschaft stellt nicht nur eine Herausforderung dar, wenn es um die Aufbereitung für ein wissenschaftliches Journal oder einen Fachvortrag geht, sondern auch im alltäglichen Austausch mit anderen Menschen – selbst den KollegInnen aus einem anderen Fachbereich der Biologie.
„Die reden alle hochgestochen daher und keiner versteht’s.“ – das ist einem Familienmitglied zum Thema „Sprache der Wissenschaft“ eingefallen. Genau hier liegen die Herausforderungen als auch die Chancen für die Wissenschaftskommunikation: es ermöglicht die Vermittlung von Wissen, nicht zuletzt um auch die Anerkennung der Relevanz von Wissenschaft zu stärken. Denn es zeigt sich bereits bei der grundlegenden Finanzierung von Forschung, welchen Stellenwert diese in der Gesellschaft einnimmt. Forschung steht und fällt mit ihrer Finanzierung und auch mit der Akzeptanz und dem Interesse innerhalb der Bevölkerung.
Die oftmals reduzierte Darstellung von Daten in Massenmedien kann jedoch zu einer Verzerrung der Ergebnisse führen und Zweifel schüren. Ein Faktor, der sich auch in der ewig währenden Debatte zur Realität des Klimawandels zeigt: The science is not yet in. Es braucht klare Kommunikation. Das bioskop nimmt sich diese Aufgabe zu Herzen – denn die Ergebnisse der Forschung sollten nicht zwangsläufig auf eine attraktive Schlagzeile reduziert werden.
Während des Themenmonats „Sprache der Wissenschaft“ wollen wir daher einen kritischen Blick auf die Wissenschaftskommunikation werfen, aber auch Tipps zur multimedialen Aufbereitung von Daten geben und den Diskurs über den Stellenwert der Wissenschaft in unserer Gesellschaft anregen.


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