Reif für die Insel?

:: Katzeninseln – Tierparadiese für Touristen?

28/07/2015 von / 0 Kommentare
Titelbild: Reif für die Insel?

Reif für die Insel? Möglicherweise treffen Sie dort Katzen oder Hasen.

Die sozialen Medien sind voll von ihnen – Katzen. Kaum ein Tier hat eine ähnlich virale Verbreitung durch die Medien erlebt: Egal ob als Video, als Meme, als berühmte japanische Comickatze oder in Form süßer Fotos – die Tiere sind einfach allgegenwärtig und aus der Social Media Landschaft nicht mehr wegzudenken.

Während die feline Omnipräsenz für uns ein relativ neues Phänomen ist, war für die Bewohner der rund 400 km voneinander entfernten japanischen Inseln Aoshima und Tashirojima schon vor der Ära von Facebook und Co. völlig normal: Auf diesen beiden Inseln ist die Katzenpopulation höher als jene der Menschen – auf Aoshima leben nur noch etwa 15-20 Menschen, aber mehr als 100 Katzen.

Auf Tashirojima leben mehr Katzen als Menschen © Flickr-User sonotoki

Auf Tashirojima leben mehr Katzen als Menschen © Flickr-User sonotoki

Die Tiere lassen sich am Ufer sonnen, erkunden verlassene Gebäude – nur ihrer ursprünglichen Aufgabe, dem Mäusefang, müssen sie nicht mehr nachkommen: Regelmäßig kommen neugierige Touristen auf einer eigens eingerichteten Bootstour auf die Insel, um die Tiere zu streicheln und zu füttern. Was für die Katzen ein Paradies zu sein scheint, stört allerdings die Inselbewohner: Aufgrund des hohen Touristenaufkommens fühlen sich die Bewohner in ihrem täglichen Leben gestört. Um die Katzenpopulation zu kontrollieren, wurden bereits 10 Katzen kastriert – eine flächendeckende Kastrations-Aktion ist in Planung.

Haseninsel Ōkunoshima – ein Besuch löst garantiert Glücksgefühle aus © Flickr-User Ran Zwigenberg

Haseninsel Ōkunoshima – ein Besuch löst garantiert Glücksgefühle aus © Flickr-User Ran Zwigenberg

In Japan gibt es allerdings nicht nur die „neko no shima“ – also die Katzeninseln: Die Insel Ōkunoshima, ehemals Produktionsstätte verschiedener Giftgase, die in der Entwicklungsphase an Hasen getestet wurden und insgesamt 80.000 Menschenleben gekostet haben, wird heutzutage als „Insel der Hasen“ von Touristen regelrecht gestürmt: Hunderte zahme Hasen, die sich von den Touristen füttern und streicheln lassen, haben die Insel zurück erobert. Besuchern ist ausdrücklich erlaubt, Futter mitzubringen. Dass die süßen Katzen und Hasen Touristenmagneten sind, ist nicht weiter verwunderlich – inwieweit ihre Überpopulation allerdings das Ökosystem auf den Inseln beeinflusst, bleibt noch abzuwarten.


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