Mitglieder der Fakultät für Lebenswissenschaften standen Rede und Antwort zu ihren neuen Forschungsergebnissen © Martin Rose

:: Veranstaltungsrückblick: Hotspot Biology – From Molecules to Life

26/05/2015 von / 0 Kommentare
Titelbild: Mitglieder der Fakultät für Lebenswissenschaften standen Rede und Antwort zu ihren neuen Forschungsergebnissen © Martin Rose

650 Jahre Universität Wien – das will gefeiert werden, auch von der Fakultät für Lebenswissenschaften. In einer gelungenen Mischung aus Tradition und Innovation gab es bei der Veranstaltung „Hotspot Biology – From Molecules to Life“ Einblicke in die diversen Forschungsprojekte der Biologie.

Forschung rund um den Globus – von den Tiefen der Ozeane bis an die Hänge der Alpen

Die große Vielfalt der Forschungsthemen in der Lebenswissenschaft beeindruckt nicht nur die StudentInnen sondern auch Mitglieder der Fakultät. Gespannt folgten die Zuschauer den Berichten der KollegInnen. Ulrich Technau – Vizedekan der Fakultät für Lebenswissenschaften – stellte dem vollen Saal KollegInnen aus den verschiedenen Departments der Biologie vor: von Botanik und Biodiversitätsforschung über Neurobiologie und Bio-Ozeanografie bis hin zum Forschungsnetzwerk „Chemistry Meets Microbiology“. Die Zuschauer erhielten unter anderem Einblicke in die neuronalen Prozesse im Fliegenhirn und die Erforschung von Mikroorganismen im Boden mit neuester NanoSIMS Technologie (siehe Kasten unten).

Ovidiu Paun (Department für Botanik und Biodiversitätsforschung) gibt Einblicke in die Evolution von Blütenpflanzen © Martin Rose

Ovidiu Paun (Department für Botanik und Biodiversitätsforschung) gibt Einblicke in die Evolution von Blütenpflanzen © Martin Rose

Ihre Forschungsfragen führen die WissenschaftlerInnen in die verschiedensten Gebiete der Erde: In den Alpen helfen Orchideen bei der Klärung von Evolutionsfragen der Blütenpflanzen, wohingegen in der Tiefsee Mikroorganismen auch ohne Nährstoffe von oben überleben können. Das und noch viel mehr wird in den unterschiedlichen Departments der Fakultät erforscht. Wem diese Einblicke noch nicht genug waren, dem standen die ForscherInnen noch bei einer Poster-Präsentation Rede und Antwort.

 

Erster Science Slam der Fakultät für Lebenswissenschaften

Poetry Slams sind vielleicht bekannt und auch schon seit den Neunzigern weltweit verbreitet: ein Dichterwettstreit, bei dem Sprachkünstler und -künstlerinnen ihre Werke in kurzer Zeit zum Besten geben. Science Slams funktionieren ganz ähnlich und geben NachwuchswissenschaftlerInnen die Gelegenheit ihre Forschungsergebnisse auf kreative Weise und mit Humor zu präsentieren. Beim ersten Science Slam der Fakultät für Lebenswissenschaften traten gleich acht „Slamer“ verschiedenster Disziplinen der Biologie an. Die Schiedsrichterinnen Katrin Schäfer und Christa Schleper achteten darauf, dass die Regeln des Wettbewerbs eingehalten werden: Nur sechs Minuten hatten die TeilnehmerInnen Zeit um mit selbstgebastelten Hilfsmitteln das Publikum zu begeistern. Power-Point-Folien waren nicht erlaubt!

Junge ForscherInnen begeistern das Publikum beim Science Slam © Martin Rose

Junge ForscherInnen begeistern das Publikum beim Science Slam © Martin Rose

 

Von wandernden Pflanzen und Bakterien im Fitnesswahn

So kam es, dass Deniz Ertekin als Fliege verkleidet die Manipulation von Lichtwahrnehmung bei Insekten erklärte und Johannes Wessely mit einer Löwenzahnblüte am Kopf wandern ging. Es wäre aber keine Veranstaltung von Biologen, wenn die Bewertung der Präsentationen nicht auf wissenschaftlich erhobenen Daten basiert. Deshalb wurde nach jedem Auftritt die Lautstärke des Beifalls gemessen.

Johannes Wessely demonstriert wie sich Gebirgspflanzen an den Klimawandel anpassen © Martin Rose

Johannes Wessely demonstriert wie sich Gebirgspflanzen an den Klimawandel anpassen © Martin Rose

Bei der Auswertung kam es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Christiana Staudinger (112,3 dB) erklärte auf humorvolle Weise warum der Tod zu zweit süßer ist: Pflanzen, die eine Symbiose mit Bakterien eingehen, lagern mehr Zucker in die Blätter ein und diese bleiben im Gegensatz zu anderen Arten bei Trockenstress an der Pflanze. Sie gab auch gleich noch nützliche Tipps für das Überleben auf hoher See: eine Packung Rosinen kann zum Retter in der Not werden. Gibt man die Rosinen ins Meerwasser saugen sie sich voll, aber das Salz bleibt draußen. Voilà, man bekommt trinkbares Süßwasser. Daryl Domman (112,5 dB) hingegen begeisterte mit seinem Fitnessprogramm für Chlamydien zur bekannten „Rocky“-Filmmusik und prophezeite, dass diese einmal die Welt beherrschen werden.

Am Ende waren aber alle Sieger, denn es ist schon schwer genug einen Vortrag vor einem Expertenpublikum zu halten, aber es auch noch zu schaffen, dass sich alle vor Lachen den Bauch halten, ist eine große Leistung. Der erste Science Slam war also ein absoluter Erfolg für die Fakultät der Lebenswissenschaften.

Info: NanoSIMS

NanoSIMS (oder auch Nano Sekundärionen-Massenspektrometrie) ist eine Technik zur Analyse der Zusammensetzung von Oberflächen oder dünnen Schichten. Es werden die Verhältnisse von den Stickstoffpartikeln 15N und 14N gemessen, die sich in einer Zelle befinden. So erlaubt diese Technik in der Mikrobiologie auch die Erforschung von nicht-kultivierbaren Bakterien.

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