Die Universität Wien feiert in diesem Jahr ihr 650-jähriges Bestehen

:: Lebenswissenschaften – Impulse für die Zukunft

06/05/2015 von / 1 Kommentar
Titelbild: Zahlreiche Interessierte erschienen zur Veranstaltung der Fakultät für Lebenswissenschaften. © Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien

Die Universität Wien feiert in diesem Jahr ihr 650-jähriges Bestehen und die Fakultät für Lebenswissenschaften präsentiert anlässlich des bedeutenden Jubiläums aktuelle Forschung und Entwicklungen. Die erste Veranstaltung der Vortragsreihe VIVAT drehte sich um die Fragen, was und wie derzeit an der Fakultät geforscht wird. Svante Pääbo – Leiter des Max-Planck Instituts für evolutionäre Anthropologie – veranschaulichte in seiner Festrede anhand seiner Erfahrungen in der Paläogenetik, welchen großen Einfluss vor allem technische Entwicklungen auf den Forschungsfortschritt haben können.

Forschung an der Fakultät

Lebenswissenschaften umfassen eine große Fülle an Themen: Von Mikroorganismen bis zum Menschen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Fakultät forschen derzeit an drei Standorten in 16 Departments und vier Forschungszentren an Themen von aktuellem Interesse: Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Pflanzendiversität der europäischen Bergregionen aus? Wie verarbeiten neuronale Schaltkreise visuelle Information und wie können Virtuelle Realitätssysteme der Forschung helfen? Schädigt unsere Ernährungsweise auch unsere DNA? Oder was kann uns ein Schädel aus der Manot-Höhle (Israel) über die Ausbreitung des Homo sapiens in Europa erzählen? An der Fakultät werden unzählige Stunden der Beantwortung dieser und noch vieler weiterer Fragen gewidmet. Nähere Informationen zur Forschung finden sich in der neuen Broschüre der Fakultät für Lebenswisssenschaften.

Neandertaler – Forschung in der Vergangenheit

Svante Pääbo erzählt über seine Forschung der letzten Jahre

Svante Pääbo erzählt über seine Forschung der letzten Jahre. © Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien

Eine klare Forschungsfrage bildet allerdings nur den ersten Schritt bei der Erkundung neuer Gebiete der Wissenschaft. Der Forschungsprozess darf nicht unterschätzt werden. Svante Pääbo – Leiter des Max-Planck Instituts für evolutionäre Anthropologie – beschäftigt sich seit Jahren mit der Verwandtschaft zwischen Homo sapiens und dem Neandertaler. Wieviel Neandertaler steckt in uns? Ohne die technischen Fortschritte der letzten Jahre wäre seine Forschung kaum möglich. Die Entwicklung der Polymerase-Kettenreaktion und die dadurch erleichterte Sequenzierung des Neandertaler-Genoms hat die Forschung um Jahre nach vorne katapultiert. Forschung erzeugt einerseits Fortschritt und andererseits weitere Forschung. Svante Pääbo sucht weiter nach den Wurzeln des Menschen angetrieben von Neugier, wie so viele Forscher.

Polymerase-Kettenreaktion (PCR)

Die Polymerase-Kettenreaktion ist eine wichtige molekularbiologische Arbeitsmethode, die durch Replikation die Herstellung identischer DNA-Abschnitte des zu untersuchenden Ziel-DNA-Bereichs ermöglicht. Eine wichtige Rolle spielt hierbei das Enzym DNA-Polymerase. Jeder Reaktionsschritt der PCR erzeugt neue identische DNA-Moleküle, die als Vorlage für die Synthese im nächsten Zyklus dienen (daher Kettenreaktion).
Wie sieht die Zukunft der Fakultät aus? Diskussionsrunde moderiert von Elke Ziegler

Wie sieht die Zukunft der Fakultät aus? Diskussionsrunde moderiert von Elke Ziegler. © Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien

Was bringt die Zukunft?

Die Fakultät beschäftigt sich hauptsächlich mit Grundlagenforschung, aber mit einem offenen Auge für die Anwendung. Es sollte eine Verbindung zwischen Forschung und Gesellschaft gefunden werden. Denn es wird nicht für das Prestige geforscht, sondern für die Aufklärung der Öffentlichkeit und die Anwendung. Inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit spielt hierbei eine große Rolle. Die Herangehensweisen an der Fakultät mögen zwar unterschiedlich sein, aber eines steht fest: Die Wichtigkeit von Wissenstransfer und Offenheit gegenüber anderen Disziplinen darf für die Zukunft nicht unterschätzt werden.

Weitere Informationen

Broschüre der Fakultät für Lebenswissenschaften: https://lifesciences.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/fak_lewi_newsletter/Dateien_Gasser/2015/univie_lifesciences_broschuere_web_ds.pdf (pdf)
Veranstaltungen der Fakultät im Rahmen von 650 Jahre Universität Wien: https://lifesciences.univie.ac.at/news/650-years-celebration-events/

Eine Antwort
  1. Stefan Kapeller
    Stefan Kapeller

    Danke für den Bericht! Heute, 6.5., ist bereits die nächste Veranstaltung in dieser Reihe anlässlich des Jubiläums:
    Hotspot Biology – from Molecules to Life
    6. Mai 2015, ab 16.30 Uhr
    UZA 1, Hörsaal 1, Althanstraße 14, 1090 Wien
    > https://lifesciences.univie.ac.at/news/650-years-celebration-events/

    06.05.2015 um 09:09
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