Wikimedia commons Säbelschnäbler und Europaflagge user:pjt56 http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/59/Recurvirostra_avosetta-pjt2.jpg/1280px-Recurvirostra_avosetta-pjt2.jpg http://de.wikipedia.org/wiki/Europa#/media/File:Flag_of_Europe.svg

:: Der Europäische Songcontest der Tiere – Semifinale 1

19/05/2015 von / 0 Kommentare

Titelbild: Säbelschnäbler vor Europaflagge, Wikimedia Commons
Österreich darf in diesem Jahr den Eurovision Songcontest ausrichten und auch die europäische Tierwelt möchte mitmischen. Das bioskop hat daher TeilnehmerInnen aus allen ESC-Ländern ausgewählt, um den ersten Songcontest der Tiere zu ermöglichen. Viel Spaß!

1. Semifinale, 19. Mai 2015

 1. Moldawien – Perlziesel (Spermophilus suslicus)

(Ton: (c) Volodins)
Moldawien schickt dieses Jahr den Perlziesel ins Rennen. Dieser ist nicht nur ein süßer Anblick, sondern auch eine vom Aussterben bedrohte Säugetierart. Es ist somit eine seltene Ehre den Pfiffen des Perlziesels zu lauschen. Er mag zwar nicht das auffälligste Fell der heurigen Song-Contest Kandidaten und Kandidatinnen haben, aber seinen dunkelbrauner Rücken mit den kleinen weißen Punkten übertrifft so schnell keiner an Niedlichkeit. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob der tagaktive Osteuropäer auch eine gute Nachtshow hinlegen kann.

„Spermophilus suslicus-small“ von Lobkov V.A.. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Spermophilus_suslicus-small.JPG#/media/File:Spermophilus_suslicus-small.JPG

„Spermophilus suslicus-small“ von Lobkov V.A.. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

2.  Armenien – Armenische Möwe (Larus armenicus)

(Ton: Marcin Sołowiej)

Für Armenien geht die Armenische Möwe (Larus armenicus) ins Rennen. Die meisten dieser Tiere leben, wenig überraschend, in Armenien. Auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheinbar, regt ihr lachender Gesang jedoch zum Mitlachen an.

3. Belgien – Belgischer Griffon

Man hört ihn noch nicht, ein bisserl schüchtern ist er, der kleine Hund, aber heute Abend wird er noch groß aus sich rauskommen. Der belgische Griffon wiegt bis zu 6 kg, und ist – wenn er mal nicht seine Umwelt mit seinem Charme bezaubert – als Begleit- und Wachhund aktiv. Sein Haar trägt er heuer harsch und leicht gewellt.

 

4. Niederlande – Seehund (Phoca vitulina)

(Ton: Sean Hayes, NMFS Salmon Ecology Group. Creative Commons License.)

Seehunde leben an den Küsten des Atlantiks und Pazifiks der nördlichen Hemisphäre, sehr zahlreich auch an der Nordseeküste. Es heulen bei Seehunden nur die Heuler, also die Jungtiere. Ältere Robben grunzen im Allgemeinen eher und bewegen sich stilistisch zwischen den Genres „Noise“ und „Experimental“. Wir gratulieren den Niederlanden zu diesem mutigen Act!

5. Finnland – Polarfuchs (Alopex lagopus)

(Ton: Karl-Heinz Frommolt, Tierstimmenarchiv)

Aus dem hohen Norden nimmt der Polarfuchs (Alopex lagopus) teil. Auf der Bühne wird er gerade einmal einen Platz von 65 bis 90 cm einnehmen. Bekannt für seine Kostümwechsel – im Sommer braun, im Winter weiß – hat er sich anlässlich des diesjährigen Songcontests für sein braun-beiges Outfit entschieden. Ob er sich für „What does the fox say?“ als Beitrag für den Songcontest entschieden hat, ist noch nicht bekannt – wir dürfen also gespannt auf seinen Auftritt sein.

 

By Smichael21 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Smichael21@Wikimedia  (CC BY-SA 3.0)

6. Griechenland – Kretische Wildziege

Für Griechenland tritt heuer die schöne Kretische Wildziege, die auch als aka Kretische Gämse, aka Agrimi aka und Kri-kri bekannt ist, an. Als Capra aegagrus cretica in der Samaria-Schlucht in Lefka Ori im westlichen Kreta geboren, sammelte der Paarhufer schon schnell Beliebtheit auf den Nachbaarinseln, sodass es nicht lange dauerte, bis der Wiederkäuer auch auf den dem Peleponnes bekannt wurde. Als Wildziege ist sie natürlich nur echt mit Horn, welches sie den des Gesanges befähigt, der alle anderen Bovidae in den Schatten stellt.

 

7. Estland – Gänsesäger (Mergus merganser)

(Ton: Lauri Hallikainen)

Gänsesäger (Mergus merganser) sind die größten und häufigsten Säger auf europäischen Seen und Flüssen. Hier ist das Weibchen der Star auf der Bühne: die braunen abstehenden Federn um den Kopf sehen fast schon wie die Siegerkrone aus. Das Männchen kommt mit seinem dunkelgrün-schwarzen Gefieder nicht an den Glamour der Mädels heran. Sie müssen sich auf andere Weise Aufmerksamkeit verschaffen: mit einem leisen „uig-a“ im Flug oder einem quakenden „darr-darr…“. Während der Balz werden sie besonders kreativ mit „karr karr“ im Flug und am Nestplatz beeindrucken sie die Zuhörerinnen.

 

By Gunnar Creutz (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Foto: EvaK @ Wikimedia (CC BY-SA 4.0)

8. Mazedonien – Rotfuchs (Vulpes vulpes)

Mazedonien schickt in diesem Jahr den allseits bekannten und anpassungsfähigen Rotfuchs (Vulpes vulpes ) zum Songcontest. Man kann ihm fast auf der gesamten nördlichen Hemisphäre begegnen und er scheut sich auch nicht dem Menschen bis in die Stadtgebiete zu folgen. Lehnen sie sich zurück und genießen sie den Schrei des Fuchses.

 

9. Serbien – Wolf (Canis lupus)

(Ton: User:“Duk“@ Wikimedia Commons)

Der Wolf kommt. Der Kandidat aus Serbien sorgt in den Tagen vor dem Songcontest für einige Medienaufmerksamkeit. Der Wolf hat eine lange Geschichte der Verfolgung und Ächtung (19.Jahrhundert) hinter sich, aber dieses Jahr präsentiert er sich stolz und in voller Pracht. Er wir oftmals mit anderen Vertretern der Familie Hund (Canidae) verglichen, doch sein großer Kopf mit kurzen Ohren und schräg sitzenden Augen und der lange, buschige Schwanz unterscheiden ihn vom Rest der Familie. Besonders beeindruckend ist die Vielfalt an Fellfärbungen, die je nach Verbreitungsregion von weiß über rötlich bis zu schwarz reichen. Der Auftritt des serbischen Vertreters wird kaum zu überhören sein, sind doch Wölfe auch für ihr durchdringes und weithin hörbares Geheul bekannt. Neuesten Berichten zufolge, reiste der Wolf mit einer großen Entourage nach Wien – Rudeltiere unter sich eben.

 

Wolf aus Wolfforschungszentrum Hellbrunn; (c) Mariofan13@Wikimedia Commons http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Canis_lupus_Kopf.JPG

Wolf im Tierpark Hellbrunn; (c) Mariofan13@Wikimedia Commons

10. Ungarn – Säbelschnäbler (Reurviostra avosetta)

(Ton: Mats Rellmar @ http://www.xeno-canto.org)

Mit gezückten Säbeln – ähm – Schnäbeln vertritt der Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) Ungarn beim Songcontest 2015. Diese Tiere suchen gerne im flachen Wasser nach kleinerer Beute. Mit ihren hohen Pfiffen bringen Säbelschnäbler eindeutig Stimmung in diesen Wettbewerb. Los geht’s!

11. Weißrussland – Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteini)

(Ton: User:Keoka@Wikimedia Commons)

Myotis bechsteinii, die Bechsteinfledermaus, nutzt ihre Gesänge üblicherweise zur Orientierung. Extra für das Publikum müssen ihre Lieder ein paar Oktaven tiefer abgespielt werden – ihr Tonumfang liegt nämlich im Ultraschallbereich von 35 bis 108 kHz – also weit außerhalb des menschlichen Hörbereichs. Viele tierische Kollegen werden aber auch ohne Hilfsmittel Gefallen an der Darbietung finden. Wer sich nun denkt, dass die Vertreterin der Gattung der Mausohren keinen Sinn für Ästhetik hat, irrt sich: Ihr Sehsinn ist gut entwickelt, wie man auch an ihrer Kleidungswahl unschwer erkennen kann – das kleine Braun-Schwarze, das sie auf der Bühne tragen wird, steht ihr ausgezeichnet, auch wenn die ledrigen Ärmel für den Einen oder Anderen etwas gewöhnungsbedürftig sein könnten.

12. Russland – Walross (Odobenus rosmarus)

Für ein großes Land tritt hier auch ein großes Tier an: das Walross (Odobenus rosmarus). Walrösser können über drei Meter lang werden und über ein Tonne wiegen. Lassen sie sich jedoch von ihrem Äußeren nicht täuschen, denn es stecken doch erstaunlich zarte Töne in diesen Tieren.

 

13. Dänemark – Höckerschwan (Cygnus olor)

(Ton: Sonnenburg, CC BY-NC-SA 4.0)

Der Höckerschwan (Cygnus olor) ist in Dänemark schon ein Star – ein Fernsehstar! 1984 hat er nach einer Abstimmung unter den Zuschauern des Fernsehsenders DR die Feldlerche als Nationalvogel des Landes abgelöst. Jetzt fehlt nur noch der Sieg beim Song Contest und dafür ist er bestens gewappnet: Er hat ein umfangreiches und variables Stimmrepertoire – zu seinen typischen Lauten gehören „krr-krr-krr“ oder „tru-tru-truu“. Wenn das nicht hilft, werden auch gurgelnde, schnarrende und pfeifende Geräusche produziert. Von der anderen Schwanenkonkurrenz können sie sich aber auch im wahrsten Sinne des Wortes durch die metallisch sausenden bis singenden Fluggeräusche abheben.

14. Albanien – Wildschwein (Sus scrofa)

Albanien schickt die „Wilden“ an den Start. Ebenso wie der Rotfuchs (Kandidat von Mazedonien) sind Wildschweine (Sus scrofa) in der nördlichen Hemisphäre weit verbreitet, allerdings kann man ihnen nachsagen, dass sie gegenüber Menschen manchmal etwas selbstbewusster auftreten. Dementsprechend halten sie sich mit ihrem Gesang auch nicht zurück. Platz da für die „Wilden“!

 

15. Rumänien – Braunbär (Ursus arctos)

(Ton: Geoline.de)

Kaum einem anderen Tier widmet Rumänien so viel Bedeutung wie dem Braunbär (Ursus arctos). Dort, vor allem in den Karpaten, lebt die größte europäische Population außerhalb Russlands mit rund 6600 Individuen. Auf Grund seiner oft drohenden Stimme wird er auch als „König der Wälder“ bezeichnet. Er selber hat ein ausgezeichnetes Gehör und lässt sich durch Lärm vertreiben.

 

Braunbär Foto:Oliver Bruck

Foto: Oliver Bruck

16. Georgien – Kaukasusluchs (Lynx lynx dinniki)

(Ton: Geoline.de)

Im Kaukasus-Gebirge, welches sich auch durch Georgien erstreckt, ist er  Eurasische Luchs (Lynx lynx), genauer gesagt die Unterart Kaukasusluchs (Lynx lynx dinniki) heimisch. Doch nicht nur aufgrund des Luchses ist der Kaukasus schützenswert: Mit über 100 verschiedenen Landschaftstypen und mehr als 7.000 Arten, darunter viele seltene Tierarten und Gefäßpflanzen, ist der Kaukasus eine Region mit einer sehr hohen Artenvielfalt.

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