Tierfindlinge 2014: Coracias garrulus (Linnaeus, 1758) (Blauracke), Pica pica (Linnaeus, 1758), (Elster), Buteo buteo (Linnaeus, 1758), (Mäusebussard), Vulpes vulpes (Linnaeus, 1758) (Rotfuchs)

:: Verletztes Wildtier gefunden – was nun?

16/04/2015 von / 0 Kommentare
Titelbild: Tierfindlinge 2014: Coracias garrulus (L. 1758, Blauracke), Pica pica (L. 1758, Elster), Buteo buteo (L. 1758, Mäusebussard), Vulpes vulpes (L. 1758, Rotfuchs)
Biologin MSc MSc Ulli Odreitz und ein Tierfindling (Rotfuchs Vulpes vulpes (Linnaeus, 1758)

Biologin MSc MSc Ulli Odreitz und ein Tierfindling (Vulpes vulpes (L. 1758, Rotfuchs)

Was tun, wenn ein vom Traktor verletztes Rehkitz gefunden wird? Was passiert mit Tierbabys, die aufgrund von Unfällen nicht mehr von ihren Eltern versorgt werden können? Wer kümmert sich um vom Auto erfasste Wildhasen? Die österreichweit größte Wildtierstation „Verein für Kleine Wildtiere in großer Not“ beherbergt und pflegt liebevoll jährlich bis zu 3000 verletzte Wildtiere aus ganz Österreich, um sie nach ihrer Genesung wieder in ihre natürliche Umwelt zu integrieren.

Vereinsvorstellung

Mitten im grünen Leechwald nahe des Hilmteichs liegt die einzige Grazer Wildtierstation “Kleine Wildtiere in großer Not”. Monika Grossmann (Obfrau des Vereins) nimmt seit mehr als zehn Jahren verletzte und verwaiste Wildtiere in ihrer Station auf und pflegt sie mit ihrem hochmotivierten Team bis zu ihrer Genesung, um sie danach wieder ihrem natürlchen Lebensraum zu übergeben. Anfangs hielt Monika Grossmann ihre Schützlinge in einer Privatküche. Doch schnell stieg die Anfrage nach Pflegeplätzen und so wurde die Küche bald zu klein für all die bedürftigen Wildtiere. Infolgedessen wurde 2005 der Verein gegründet und 2010 im Grazer Leechwald mit Hilfe der Stadt Graz eine eigene Wildtierstation, die mehr Platz für die Tiere bietet, errichtet. Mittlerweile werden jährlich stolze 3700 (!) Tiere bestens betreut. Eine 24-Stunden-Hotline soll es Menschen ermöglichen Tierfunde zu melden und anschließend dem Verein die Hilfe benötigenden Tiere zu übergeben. Es werden hauptsächlich heimische Säugetiere wie Eichörnchen, Igel, Fledermäuse und Vögel wie Amseln, Elstern und Mäusebussarde gepflegt. Aber auch seltene Arten wie die geschützte und auffällig gefärbte Blauracke (siehe Abbildung 2 Foto rechts unten und Titelbild links oben) werden ab und an in Grossmanns Obhut gegeben.

Tierfindlinge 2014: Erinaceus roumanicus Barrett-Hamilton, 1900, (Nördliche Weißbrustigel), Procyon lotor (Linnaeus, 1758) (Waschbär), Sus scrofa Linnaeus, 1758 (Wildschwein), Coracias garrulus (Linnaeus, 1758) (Blauracke)

Tierfindlinge 2014: Erinaceus roumanicus (Barrett-Hamilton 1900, Nördliche Weißbrustigel), Procyon lotor (L. 1758, Waschbär), Sus scrofa L. 1758, Wildschwein), Coracias garrulus (L. 1758, Blauracke)

Spenden

New Charity Pot von LUSH - HANDMADE COSMETICS 2014

New Charity Pot von LUSH – HANDMADE COSMETICS 2014

Der Verein wird zwar von der Stadt Graz und dem Land Steiermark finanziell gefördert, ist aber dennoch auf weitere Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen. Aus diesem Grunde werden sowohl Geldspenden als auch Sachspenden wie Obst, Walnüsse und alte Decken gerne von den großteils ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angenommen.

Auch Öffentlichkeitsarbeit soll auf die Grazer Wildtierstation aufmerksam machen. Im vergangenen Jahr wurde dies beispielsweise von „LUSH – FRESH HANDMADE COSMETICS“ übernommen, indem LUSH eine Charity-Pot-Körpercreme produzierte, deren 100%-iger Verkaufserlös dem Verein zugutekam.

Grossmanns Verein „Kleine Wildtiere in großer Not“ steht weiters in Kooperation mit „Batlife“ und „BirdLife“; Vereine, die den Schutz von Fledermäusen und Vögeln fördern.

 

Viele Tierfindlinge entwickeln während der Betreuung ein vertrautes Verhältnis zu ihren PflegerInnen

Viele Tierfindlinge entwickeln während der Betreuung ein vertrautes Verhältnis zu ihren PflegerInnen

Praktika

Neuerdings sind Studierende berechtigt Ferialpraktika im Verein zu absolvieren und sich diese als freies Wahlfach an der Karl-Franzens-Universität Graz, Institut für Zoologie anrechnen zu lassen. Dies bietet interessierten Studentinnen und Studenten eine einzigartige Möglichkeit seltene Wildtiere hautnah zu erleben und einen respektvollen Umgang mit ihnen zu erlernen. Die durch diese nahe Zusammenarbeit entstehenden Beziehungen zwischen Tier und Mensch können soweit führen, dass beherbergte Tiere wie beispielsweise „Charly“ (Corvus corone L. 1758, Aaskrähe, schwarze Farbmorphe Rabenkrähe) die Gesellschaft der Menschen gegenüber ihren Artgenossen vorziehen.

Zudem ist der Verein auch ein integrativer Lehrbetrieb: Menschen mit Beeinträchtigungen können sich zu TierpflegerInnen ausbilden lassen.

Tierfindlinge in menschlicher Obhut


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