:: Österreichischer Bericht zur UN-Dekade für Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014

25/04/2015 von / 0 Kommentare

Der Umweltdachverband hat am 16. April den Dekadenabschlussbericht zur UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) 2005-2014 veröffentlicht. Auf 70 Seiten wird die Umsetzung der von der UNO ausgerufenen Dekade geschildert.

Österreichischer Bericht zur UN-Dekade für Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 – 2014, Hrsg.: Umweltdachverband GmbH, 1. Auflage, Wien, Februar 2015

Der UN-Dekade liegt der Weltgipfel 2002 in Johannesburg zu Grunde, von dem ausgehend die UN-Generalversammlung eine UN-Dekade beschließt, um eine nachhaltige Entwicklung in allen Bildungsbereichen zu verankern. Die UNESCO wurde dafür mit der Umsetzung und Koordination der BNE betraut (siehe Zeitleiste BNE). Zur Umsetzung der Dekade hat die Generalversammlung acht Handlungsfelder für die Nationalstaaten definiert:

  • Gleichstellung von Mann und Frau
  • Gesundheitsförderung
  • Umweltschutz
  • Ländliche Entwicklung
  • Frieden und humanitäre Sicherheit
  • Nachhaltiger Konsum
  • Kulturelle Vielfalt
  • Nachhaltige Stadtentwicklung

In Österreich wurde für deren Umsetzung die „Österreichische Strategie zur Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (pdf-Download) vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) zusammen mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft (BMLFUW) und dem damaligen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) formuliert. Diese Strategie verfolgt folgende Ziele:

  • Verankerung des Themenbereichs „Nachhaltigkeit“ im Bildungssystem
  • Initiierung und Stärkung von Partnerschaften und Netzwerken
  • Entwicklung von Kompetenzen der Lehrenden
  • Intensivierung von Forschung und Innovation
  • Entwicklung von Szenarien für nachhaltige Entwicklungsmodelle
  • Monitoring und Evaluation

Infolgedessen gab es viele Projekte, die die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in Österreich umsetzten und ihren Beitrag dazu leisteten, die BNE in der Gesellschaft zu verankern.

In der Bildungslandkarte des Forums Umweltbildung sind Informationen von über 330 Projekten und Initiativen eingetragen, 152 davon wurden bisher von der UNESCO Kommission Österreich ausgezeichnet.

Der Bericht selbst beschreibt insgesamt 62 Projekte, die laut den Autoren maßgeblich an der nationalen Umsetzung der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ beteiligt waren. Dabei wurde unterschieden zwischen „Top Down“ Projekten, die direkt von einem der drei involvierten Ministerien (BMUKK, BMLFUW, BMWF) initiiert wurden und „Bottom Up“ Projekten, wo die Initiative von anderen Akteuren (NGOs, NPOs) ausgegangen ist. „Bottom Up“ Projekte wurden teilweise privat gefördert, teilweise aber auch von Bund, Ländern oder Kommunen. Manche der Projekte wurden auch schon vor dem Beginn der Dekade gegründet.

Zu den „Top Down“ Projekten der unterstützenden Ministerien zählen beispielsweise die folgenden: das FORUM Umweltbildung, der Bildungsförderungsfonds, oder auch das Österreichische Umweltzeichen. Letzteres wird seit 2002 auch für Schulen und pädagogische Hochschulen, sowie seit 2009 auch außerschulische Bildungseinrichtungen vergeben.
Eine weitere Organisation in dieser Kategorie ist das Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark.  Es wurde auf Initiative der Steiermärkischen Landesregierung bereits 2001 gegründet und sieht seine Hauptaufgabe in der langfristigen Hebung des Umweltbewusstseins in der Bevölkerung: „Nachhaltige Umweltbildung muss bereits im Kindesalter ansetzen, frei nach dem Motto „was man schätzt, das schützt man auch!“
Weiterhin ist auch „klimaaktiv Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen“ zu erwähnen. Diese Initiative ist beratend tätig „bei der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen für klimafreundliche Mobilität von und zur Bildungseinrichtung und im Schulumfeld.

© Forum Umweltbildung

© Forum Umweltbildung

Das Österreichische Umweltzeichen wird seit 2002 auch für Bildungseinrichtungen vergeben.

Das Österreichische Umweltzeichen wird seit 2002 auch für Bildungseinrichtungen vergeben.

klima:aktiv Logo

klimaaktiv Logo

Neben „Top Down“ Projekten der Ministerien listet der Bericht eine Vielzahl an „Bottom Up“ Projekten auf, also all die Projekte, Projektträger und Organisationen, die nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit dem UN-Dekadenbeschluss gegründet, sondern von NGOs und NPOs initiiert worden sind. Teilweise wurden diese dann privat gefördert, teilweise aber auch von Bund, Ländern oder Kommunen.

Zu diesen Projekten gehören zum Beispiel  die Jugendumweltplattform (JUMP), die St.Pöltner Zeitschrift LEBENSART oder auch Die Spur. Die Spur wurde als Verein für Natur- und Waldpädagogik 2005 gegründet und will Plattform für alle Altersgruppen sein, um Wald und Natur besser kennenzulernen.

Top Down / Bottom Up

„Top Down“ Projekte sind Projekte, die aus politischer Initiative im Rahmen der UN-Dekade heraus entstanden sind. In diesem Fall waren vor allem die Bundesministerien (BMBF, BMLFUW, BMWFW) ausschlaggebend.

„Bottom Up“ Projekte wurden im Gegensatz zu „Top Down“ Projekten nicht direkt von den Ministerien initiiert, sondern wurden von Nicht-Regierungs- oder Non-Profit-Organisationen ins Leben gerufen (teilweise allerdings durch Bundesmittel gefördert).

Das nachhaltige Magazin „LEBENSART“ schaffte es auch unter die 62 Projekte des Dekadenabschlussberichts. ©LEBENSART

Das nachhaltige Magazin „LEBENSART“ schaffte es auch unter die 62 Projekte des Dekadenabschlussberichts. ©LEBENSART

Dem Dekadenabschlussbericht zufolge zeigt Österreich bei der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, speziell im formalen Bildungsbereich und den politischen Rahmenbedingungen, ein positives Bild: Österreich gehört innerhalb der Netzwerkaktivitäten im schulischen Bereich zu den internationalen Spitzenreitern.
Zugleich gestehen aber die Verantwortlichen der BNE-Dekade in der UNESCO ein, dass ein gesellschaftlicher Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft, ein langwieriger Prozess ist, dem die Dekade selbst nicht gerecht wird.

Gegen Ende der Dekade kam daher der Vorschlag für das Weltaktionsprogramm (Global Action Programme). Hierfür wurde auf der 69. Sitzung der Generalversammlung der UNO im Herbst 2014 der Entwurf verabschiedet. Im November darauf erfolgte schon die Veröffentlichung einer Roadmap zur langfristigen Verankerung der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rahmen der BNE-Weltkonferenz in Nagoya.

Die Roadmap setzt den Fokus auf

  • die Schaffung eines förderlichen Umfelds zur Integration von BNE in nationale und internationale Politik
  • die Stärkung der Förderung ganzheitlich-institutioneller Ansätze für Bildung für nachhaltige Entwicklung im Bildungssektor
  • die Stärkung der Fähigkeiten zur BNE-Vermittlung von Lehrerinnen, Lehrern und anderen pädagogisch tätigen Personen
  • die Unterstützung der Jugend beim Wandel
  • sowie die Stärkung von BNE-Aktivitäten in lokalen Bildungslandschaften.

Literatur

Österreichischer Bericht zur UN-Dekade für Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 – 2014, Hrsg.: Umweltdachverband GmbH, 1. Auflage, Wien, Februar 2015

Links

Umweltdachverband: www.umweltdachverband.at

Zeitleiste der BNE-Dekade: www.bne-portal.de/un-dekade/zeitleiste-un-dekade

„Österreichische Strategie zur Bildung für nachhaltige Entwicklung“: www.umweltbildung.at/cms/download/1232.pdf

Bildungslandkarte des Forum Umweltbildung: www.bildungslandkarte.at

Prämierte Dekadenprojekte: www.umweltbildung.at/cgi-bin/dekadenbuero/af.pl?ref=projekte

Bildungsförderungsfonds: www.umweltbildung.at/index.php?id=904

Österreichische Umweltzeichen: www.umweltzeichen.at

Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark: www.ubz-stmk.at

klimaktiv: www.klimaaktiv.at

Jugend-Umwelt-Plattform JUMP: www.jugendumwelt.at

Lebensart: www.lebensart.at

Die Spur: www.diespur.at

 


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