Honigbiene auf einer Brombeerblüte

:: Bienenschutz im eigenen Garten

13/08/2014 von / 0 Kommentare

Vor noch nicht allzu langer Zeit war das Bienensterben österreichweit in aller Munde. In diesem Zusammenhang haben wahrscheinlich nicht wenige von uns zum ersten Mal den Begriff „Neonicotinoide“ gehört oder gelesen. Sehr allgemein formuliert, versteht man darunter Pflanzenschutzmittel, die als sogenannte Insektizide Schädlinge von Kulturpflanzen fernhalten sollen.
Landesweit entbrannten unter Umweltschützern auf der einen Seite und der Saatgutindustrie auf der anderen Seite hitzige Debatten über die Schädlichkeit dieser Giftstoffe. Schließlich wurde im Juli 2013 vom Nationalrat deren Verbot beschlossen.

Honigbiene auf einer Brombeerblüte

Honigbiene auf einer Brombeerblüte

Nachdem das Thema medienwirksam aufgegriffen und abgehandelt wurde, geriet es wieder zunehmend in Vergessenheit Aber die nützlichen Insekten stehen, abgesehen von Pestiziden, noch vor ganz anderen Problemen.
Als Blütenbesucher sind Bienen auf ein reichhaltiges Angebot an Pflanzen angewiesen, die genügend Nektar und Pollen produzieren, mit denen sie sich und ihre Brut ernähren können. Gerade als GartenbesitzerIn kann man in diesem Zusammenhang unschätzbare Hilfe leisten.
Die Tiere leiden unter Anderem unter der Verwendung exotischer Sträucher oder spezieller Zuchtformen von Blütenpflanzen, die über kein oder nur ein sehr geringes Nektar-und Pollenangebot verfügen. Um Bienen und auch anderen Insekten zu helfen, sollte man auf deren Anpflanzen im Garten zugunsten sogenannter „Bienenweiden“ verzichten. Das sind Pflanzen, die Bienen (und im Regelfall auch einer Reihe weiterer Blütenbesucher) genügend Nahrung bieten.
Unter den Bäumen sind das beispielsweise Sommerlinde, Berg-Ahorn und verschiedene Obstbäume wie der Kultur-Apfel. Aber auch viele bekannte Kräuter wie Lavendel, Echte Katzenminze und Salbei werden gerne von Blütenbesuchern angeflogen. Unter den populären Sommerblumen sind an dieser Stelle Sonnenblumen, Dahlien und Astern zu erwähnen. Vor allem Letztere stellen auch noch im Herbst Nahrung zur Verfügung.
Eine weitere wirkungsvolle Maßnahme ist das Anlegen einer Hecke aus Salweide, Kornelkirsche, Schmetterlingsflieder, Traubenholunder, Brom-und Himbeeren. Im Gegensatz zum oft verwendeten Sichtschutz aus Thujen bieten derartige Pflanzengesellschaften nicht nur Insekten Nahrung, sondern unter Anderem auch Vögeln, wenn im Herbst die Früchte reifen.

Bienenpflanzen

Eine gute Nahrungsgrundlage für Bienen: Brombeerhecken (links), Kornblumen (Mitte), Weißklee (rechts)

Unsere Honigbienen leiden aber auch zunehmend unter der Vorstellung vieler GartenbesitzerInnen, in ihrem Garten habe kein „Unkraut“ etwas verloren. So gleichen nicht wenige private Grünflächen mittlerweile grünen Wüsten, in denen zwar jeder Grashalm die richtige Länge hat, aber jeder Wildpflanze sofort der Garaus gemacht wird. Dabei bilden etwa Löwenzahn, unterschiedliche Distelarten oder Weiß-Klee wichtige Nahrungsgrundlagen für viele blütenbesuchende Insekten. Man tut also gut daran, im Rasen oder im Blumenbeet nicht penibel alles zu jäten, das man nicht selbst dorthin gepflanzt hat. Im Allgemeinen ist es sehr hilfreich für viele Tiere, wenn man in einer Ecke im Garten „Wildwuchs“ zulässt. So benötigen Tagfalter wie der Kleine Fuchs, Admiral oder das Tagpfauenauge Brennnesseln als Futterpflanze für die Raupen. Darüber hinaus kann man im Fachhandel Saatgut von Wiesen-
und Ackerblütenpflanzen kaufen. Diese enthalten etwa Samen von Kornblume oder Klatschmohn, welche ebenfalls gerne von Bienen und anderen Insekten aller Art als Nahrungsgrundlage genutzt werden.
Mittlerweile gibt es in Zusammenhang mit dem Schutz der Honigbiene eine interessante und nachahmenswerte Initiative: „Rent a bee“ bietet die Möglichkeit, einen Bienenstock für den eigenen Garten zu mieten. Potentielle Interessenten werden auf www.rentabee.eu umfassend informiert.
Projekte wie dieses können die Basis für ein tiefergehendes Verständnis für die Natur bilden und sind daher in jedem Fall zu unterstützen!


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