Algenbewuchs auf Felsboden der Adria

:: Exkursion ADRIA: Teil 3 – Algen statt Korallen

03/04/2013 von / 0 Kommentare

Die Adria ist ein Meer der verborgenen Kostbarkeiten. Keine Korallenriffe, nein, stattdessen gibt es Algenwälder (Abb.1). Seegraswiesen, schroffe Felsen, mächtige Klippen, ausgedehnte Blockfelder und spannende Meereshöhlen gehören ebenfalls zum Ambiente.

Der jahreszeitliche Temperaturumschwung im Mittelmeer führt zum ständigen Auf- und Abbau einer thermischen Sprungschichte im Wasserkörper. Das führt wiederum dazu, dass über das Winterhalbjahr die Wassermassen bis in die tiefsten Tiefen durchmischt werden und gelöste Nährstoffe aus bodennahen Wasserschichten in seichtere Bereiche gelangen können. Das ist die Nahrung der Pflanzen. Ausgedehnte Algenwälder und Seegraswiesen können gedeihen. Die Produktivität und der Reichtum an Plankton sind hoch. Das Wasser ist daher nicht so kristallklar wie in tropischen Meeren. Korallenriffe können hier nicht wachsen, weil sie konstantere Temperaturen benötigen und den Konkurrenzdruck durch die Pflanzen nicht ertragen würden. In tropischen Meeren bildet sich in ca. 200m Tiefe eine dauerhafte thermische Sprungschichte, die eine Durchmischung des gesamten Wasserkörpers und somit eine Nährstoffzufuhr in oberflächennahe Bereiche behindert.

Algenbewuchs auf Felsboden der Adria (links) – Korallenriff am roten Meer (rechts) – Gleiche Vielfalt aber ein komplett anderes Erscheinungsbild (Fotos G.Gretschel)

Abb.1: Algenbewuchs auf Felsboden der Adria (links) und Korallenriff am roten Meer (rechts) – gleiche Vielfalt aber ein komplett anderes Erscheinungsbild (Fotos G. Gretschel). Bitte klicken zum Vergrößern.

In der Adria gibt es nicht so viele tierische Riesenformen wie in einem thermostabilen, tropischen Meer. Da die Organismen der Küstenlebensgemeinschaften, einer von Pflanzen dominierten Unterwasserwelt, eben an Pflanzen angepasst sind, werden sie nicht so groß und sind nicht so auffallend bunt wie Korallenfische, die sich an ihr buntes Korallenumfeld angleichen.

Für eine Schnorchelexkursion in der Adria muss man viel Geduld und Beobachtungsgabe mitbringen. Hat man aber einmal gelernt etwas zu entdecken, dann scheint dieses Etwas plötzlich überall zu sein.

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