feuersalamander

:: Bestandsaufnahme von Feuer- und Alpensalamandern in Österreich

18/03/2013 von / 0 Kommentare

Das Alpensalamanderprojekt www.alpensalamander.eu erforscht mit Schulen die aktuelle Verbreitung und Gefährdung von Feuer- und Alpensalamandern in Österreich und will dadurch Maßnahmen zu ihrem Schutz ergreifen. Ein Sparkling Science Projekt.

Abb. 1: Feuersalamander und Alpensalamander (Fotos: M. Meikl, J. Lechner)

Abb. 1: Feuersalamander und Alpensalamander (Fotos: M. Meikl, J. Lechner) – Klicken für ein größeres Bild.

Alpen- und Feuersalamander

Sie lieben verregnete Sommer und haben schon die eine oder andere Bauernregel übers Sauwetter inspiriert. Jeder kennt die Alpen- und Feuersalamander, jedoch wissen wir nur sehr wenig über ihr genaues Verbreitungsgebiet, ihr Leben und wie es um die drolligen Lurche bestellt ist. Der Alpensalamander (Salamandra atra) ist ein ca. 8-14 cm großer, lackschwarzer Salamander, der bei uns auch unter dem Namen Wegnarr, Wegmandl oder Hölldeixl bekannt ist (Abb.1, unten). Er lebt hauptsächlich in den Alpen in Höhenlagen von 600-2500 Meter. Alpensalamander bringen bereits fertig entwickelte Jungtiere zur Welt und brauchen daher im Gegensatz zu anderen Amphibien kein Gewässer. Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist durch seine spektakuläre schwarz-gelb Färbung sicherlich der bekannteste Lurch in Europa (Abb.1, oben). Feuersalamander werden bis zu 20 cm groß und über 15 Jahre alt. Außergewöhnlich ist auch die Art der Fortpflanzung: ein Weibchen setzt pro Jahr bis zu 80 Larven ab, die dann in kleinen Bächen oder Quellgewässern zu landlebenden Salamandern heranwachsen. Der typische Lebensraum des Feuersalamanders sind Laubmischwälder (meist Buchenwälder) mit kleineren Fließgewässern. Beide Salamanderarten leben sehr versteckt in Ritzen, Erdspalten oder Höhlen, die sie nur in der Nacht oder bei sehr feuchtem, regnerischem Wetter verlassen (Böhme et al. 2003).

Das Projekt

Alpen- und Feuersalamander stehen in Österreich auf der Roten Liste der bedrohten Tiere und sind streng geschützt. Gefahren für die Salamander sind die Zerstörung ihrer Lebensräume durch intensive landwirtschaftliche Nutzung, Straßenbauten, Flussregulierungen und Trockenlegung von Flächen. Untersuchungen zum Lebensraum und zur Ökologie der Salamander, sowie Maßnahmen zum Schutz haben daher höchste Priorität. Obwohl Alpen- und Feuersalamander eine große Rolle in unserem Ökosystem spielen, fehlen aktuelle wissenschaftlich Studien über Verbreitung, Habitat und Lebensweise in Österreich. Aus diesem Grund hat ein Forschungsteam der Universität Salzburg um Prof. Robert Schwarzenbacher im Juli 2009 die Website www.alpensalamander.eu gegründet, um mithilfe der Öffentlichkeit das Verbreitungsgebiet der Salamander in Österreich festzustellen. Jeder kennt die Alpen- und Feuersalamander und wenn jeder die Salamander, die er gesehen hat, auf einer Google-Maps Karte einträgt, bekommt man so ein genaues Verbreitungsgebiet der Salamander. Denn nur wenn man das genaue Verbreitungsgebiet dieser Tiere kennt, kann man Maßnahmen zu ihrem Schutz ergreifen. Mittlerweile hat sich dieses Projekt im ganzen Land schon sehr gut etabliert und die Website www.alpensalamander.eu ist mit über 8000 Einträgen (ständig steigend) mehr als erfolgreich. Eine aktuelle Verbreitungskarte für beide Salamander ist jederzeit für jeden abrufbar. Basierend auf diesen Daten können nun weitere Projekte (genetische Analysen, Monitoring, etc.) durchgeführt werden.

Abb. 2: Salamanderworkshops: Basteln von Plastilinsalamandern (VS Elsbethen). (M. Meikl)

Abb. 2: Salamanderworkshops: Basteln von Plastilinsalamandern (VS Elsbethen). (M. Meikl)

Alpen- und Feuersalamander in den Schulen

Die Sparkling Science-Initiative des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung hat uns auf die Idee gebracht, das Projekt in die Schulen zu tragen und auch Kinder einzubinden. Beteiligt sind 30 Schulen (Volks- und Hauptschulen, Gymnasien) im ganzen Land Salzburg. Die Schulen wurden im Frühling 2011 besucht und durch Workshops und Ausstellungen wurden den Schüler/innen verschiedenste Bereiche näher gebracht: die Biologie der Salamander, Amphibienschutz, Umgang mit Google-Maps, Sammlung von wissenschaftlichen Daten (Abb.2). Viele Schulen nutzten auch die Möglichkeit, in die Laborarbeit hinein zu schnuppern und selbst eine Salamander-DNA-Extraktion zu machen. Im Herbst 2011 und im Frühling 2012 standen Exkursionen mit den Schulen in ihren Heimatorten am Programm, um die Salamandervorkommen vor Ort zu überprüfen. Die Hauptziele des Schulprojekts sind die Bestandsaufnahme der aktuellen Alpen- und Feuersalamanderpopulationen in Salzburg, die Erfassung der historischen Entwicklung der Alpen- und Feuersalamander in den letzten 50 Jahren und die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen für den Amphibienschutz durch Sensibilisierung und Einbindung der Jugend. Durch Interviews der Schüler/innen mit ihren Eltern und Großeltern, Bergsteigern, Bauern und Jägern kann der historischen Entwicklung der Alpen- und Feuersalamander in den letzten 50 Jahren noch besser nachgegangen werden. Bis Herbst 2012 meldeten die Schüler und Schülerinnen 1546 Salamander, davon 1027 Feuersalamander und 519 Alpensalamander.

Für alle Naturliebhaber und Wanderer

Die Salamandersaison 2013 hat bereits begonnen, also haltet die Augen nach den kleinen Kerlchen offen und meldet eure Sichtungen auf www.alpensalamander.eu!

Einige interessante Gebiete für Feuer- und Alpensalamander konnten mit Hilfe der SchülerInnen entdeckt werden. Außerdem beteiligten sich einige SchülerInnen am Larvenmonitoring von Feuersalamandern im Flachgau und Pongau. Das Projekt strebt eine langfristige Partnerschaft mit den Schulen an, denn die Einbindung der SchülerInnen in Erforschung und Konzeption von Schutzmaßnahmen für die Salamander ist der aussichtsreichste Weg für eine nachhaltige Umsetzung. Das aktuelle Projekt „Alpensalamander 2“ und alle Neuigkeiten können auf www.alpensalamander.eu verfolgt werden.

:: Sparkling Science: Wissenschaft ruft Schule

Das Projekt wird gefördert von Sparkling Science, einemForschungsprogramm des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung, das seit 2007 einen einzigartigen und für Europa außergewöhnlichen Weg der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung bestreitet. In mittlerweile 167 geförderten Projekten forschten und forschen Schülerinnen und Schüler in den unterschiedlichsten Bereichen: von Naturwissenschaften, Technik und Informatik über Medizin und Gesundheit bis hin zu Sozialwissenschaften, Geisteswissenschaften und Lehr- und Lernforschung. Dabei übernehmen sie aktiv Teile der Forschung und bearbeiten diese eigenständig. Sie führen Befragungen durch, erheben und interpretieren Daten und präsentieren diese im Anschluss an Schulen, Universitäten und sogar bei wissenschaftlichen Tagungen.

Ziel von Sparkling Science ist es, Kinder und Jugendliche für die Forschung zu begeistern und innovative Erkenntnisse zu gewinnen. Langfristig will Sparkling Science strukturelle Barrieren abbauen und dadurch Anreize zur dauerhaften Vernetzung von Forschungseinrichtungen und Schulen geben. Gefördert werden ausschließlich Projekte, die den neuesten Stand der Wissenschaft berücksichtigen und in denen Schülerinnen und Schüler Seite an Seite mit Wissenschafterinnen und Wissenschaftern arbeiten und inhaltlich relevante Beiträge zur Erreichung der Forschungsziele einbringen. Dabei müssen die Beiträge der Schülerinnen und Schüler so sauber eingearbeitet werden, dass die Projektergebnisse den gültigen wissenschaftlichen Qualitätsstandards entsprechen. Einreichberechtigt sind universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen.

Jede Schule kann forschen
Falls Sie oder Ihre Kolleginnen und Kollegen sich an einem Sparkling Science-Projekt beteiligen möchten, aber über keine Kontakte zu wissenschaftlichen Einrichtungen verfügen, kontaktieren Sie uns unter sparklingscience@oead.at und teilen Sie uns Ihre Interessensgebiete mit. Gerne leiten wir Ihren Kontakt an interessierte Forschungseinrichtungen, die Projekte einreichen möchten, weiter.

Infos: www.sparklingscience.at

 

Literaturverweis
www.alpensalamander.eu
BÖHME , W., THIESMEIER B. & GROSSENBACHER K. (eds.), 2003 – Salamandra Salamandra (Linnaeus, 1758) – Feuersalamander. Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas, Bd.4/2B : Schwanzlurche (Urodela) IIB; Salamandridae III: Triturus 2, Salamandra: BD 4/IIB, Wiebelsheim: 969-1028.
MEIKL M., REINTHALER-LOTTERMOSER U., WEINKE E. & SCHWARZENBACHER R., 2010 – Collection of Fire Salamander (Salamandra salamandra) and Alpine Salamander (Salamandra atra) distribution data in Austria using a new, community based approach, eco.mont: Volume 2, Number 1, 59-65.

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