::Rezension: „Schule davor … Schule danach“ von Peter Hartel

27/04/2018 von / 0 Kommentare
Titelbild: via pixabay

Die Diskussion über das österreichische Schulsystem geht weiter. Peter Hartel setzt sich in seinem Buch „Schule davor… Schule danach“ mit dem österreichischen Bildungssystem sowie den vorliegenden Lehrplänen auseinander und begibt sich auf die Suche nach einem roten Faden. Der Lehrer begründet seine Analyse auf Inhalte aus der Biologie, die als Stütze für einen kritischen Dialog dienen sollen. Resultat hiervon sind seine Leitgedanken für einen vernetzten Lehrplan der Schule für 10- bis 14-Jährige.

Aufruf zur Vernetzung der Lehrinhalte und Kooperation

In zwölf Kapiteln hinterfragt Peter Hartel in seinem Buch „Schule davor … Schule danach“ das österreichische Schulsystem und den diesem zugrundeliegenden Gedankenansatz. Hartels Ziel ist die Formulierung von Leitgedanken für eine neue Formgebung des Bildungsansatzes, welche die Schaffung eines inneren Ordnungsrahmens nach sich ziehen soll. Hartel stellt nicht den Anspruch an sein Buch, die direkte Grundlage für eine Reform zu bilden, sondern den Dialog für einen neuen Zugang zur Aufbereitung von Lehrplänen und -inhalten zu eröffnen.

„Der vernetzte Lehrplan ist wie ein Vektor in einem System, das über die vernetzte Kausalität kommuniziert.“
(Peter Hartel/Buchauszug)

Struktur durch biologische Richtlinien

Auf der Suche nach bewährten Elementen und den Grundbausteinen für seine Leitgedanken greift Hartel hierbei ebenso auf alte Lehrpläne und die Geschichte des Schulsystems ins Österreich zurück, als auch auf Lehren aus der Biologie, die hier zu tragen kommen. Er widmet so auch ein ganzes Kapitel der Darlegung des biologischen Grundverständnisses von Vermittlung: Investment und Kooperation.

„Die Zusammenarbeit in der Schule ist eine wichtige Voraussetzung für gelingendes Investment in den Nachwuchs.“ (Peter Hartel/Buchauszug)

Hartel setzt sich zudem mit dem strukturellen Aufbau des Lehrplans über die Schulstufen hinweg auseinander und entwickelt einen Entwurf zur Vernetzung der Inhalte. Die Biologie soll laut Hartel bei der Darlegung allgemeiner Erziehungsziele in der Schule einen Beitrag leisten können.

Das Buch enthält teilweise kontroverse Denkanstöße des Autors, die teilweise schwer nachvollziehbar sind. Wie Hartel selber schreibt, dienen seine Gedanken und Entwürfe als Anstoß für Personen aus dem Bildungsbereich und Interessierte, die diese weiterverfolgen und vervollständigen können.
Wer Interesse an der Darstellung von Peter Hartel zu seinen Leitgedanken für das österreichische Schulsystem und den herangezogenen biologischen Lehren hat, der kann sich in dieses Buch vertiefen. Es ist noch als Softcover sowie als E-Book erhältlich.

Über den Autor
Peter Hartel ist seit 20 Jahren al Supplierreserve für Integrationsklassen in Wien tätig. Sein Beruf führte ihn durch ca. 80 Schulen und verschiedenste Schulformen: Sonder-, Volks-, Haupt-, Mittelschule, AHS sowie Polytechnische Schulen. Die Vernetzung der Lehrinhalte über die einzelnen Fächer hinweg war ihm hierbei stets ein Anliegen; wenngleich derartige Vorschläge nicht immer auf fruchtbaren Boden stießen. Sein Buch „Schule davor … Schule danach“ dient als Dokumentation seiner Erfahrungen. Er will damit anregen, Schule anders zu denken.
Ein Abriss von Peter Hartels Ansatz ist in seinen früheren Artikeln im bioskop zu finden:
Schule der 10-14-Jährigen nach biologischen Richtlinien
Schule braucht Evolution

Über das Buch:


Schule davor … Schule danach – Leitgedanken zum vernetzten Lehrplan für 10-14-Jährige
Peter Hartel
2017, My Morawa (Eigenverlag)
228 Seiten, Paperback


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